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Datenmodell und Datenformat – der Unterschied, der über Interoperabilität entscheidet

Kaum eine Unterscheidung wird im DPP-Umfeld so oft übersprungen – und rächt sich so zuverlässig – wie die zwischen Datenmodell und Datenformat.

Die Datenebenen eines Digitalen Produktpasses
Der DPP verbindet Datenebenen über den gesamten Produktlebenszyklus.

Das Datenformat: die technische Hülle

Ein Datenformat legt fest, in welcher technischen Form Informationen gespeichert und übertragen werden – JSON, XML, CSV, PDF. Es sagt nichts darüber aus, was die Informationen bedeuten.

Das Datenmodell: die Bedeutung

Ein Datenmodell beschreibt, welche Informationen erfasst werden, wie sie definiert sind, welche Bedeutung sie haben und wie sie zusammenhängen. Für den DPP beantwortet es Fragen wie: Welche Informationen beschreiben ein Produkt? Wie werden Materialien, Komponenten und Lieferanten abgebildet? Wie werden Reparaturen und Recyclinginformationen erfasst? Welche Beziehungen bestehen dazwischen?

Zwei Unternehmen verwenden beide JSON. Das eine nennt ein Material „Werkstoff", das andere „Material" – und strukturiert es anders. Automatisches Verstehen bleibt unmöglich. Erst ein gemeinsames Datenmodell sorgt dafür, dass dieselbe Information für unterschiedliche Systeme dieselbe Bedeutung hat.

Dasselbe Datenmodell kann in JSON, XML oder einem anderen Format umgesetzt werden. Die Formatfrage ist austauschbar, die Modellfrage nicht.

Zwei Ebenen der Interoperabilität

  • Technische Interoperabilität – Systeme können Daten überhaupt austauschen: gemeinsame Identifikatoren, Datenträger, Formate, Protokolle, APIs.
  • Semantische Interoperabilität – Systeme interpretieren die Bedeutung gleich: gemeinsame Datenmodelle, standardisierte Begriffsdefinitionen, kontrollierte Vokabulare.

Technische Interoperabilität ist gut lösbar und wird meist zuerst angegangen. Die semantische Ebene ist die eigentliche Arbeit – und sie ist überwiegend fachlich, nicht technisch.

Maschinenlesbar ist nicht maschineninterpretierbar

Maschinenlesbarkeit heißt: ein System kann die Daten technisch erfassen und verarbeiten. Maschineninterpretierbarkeit heißt: es erkennt auch ihre Bedeutung korrekt. Ein maschinenlesbarer Datensatz ohne beschriebene Semantik ist automatisiert nur begrenzt verwertbar – und genau darauf zielt die ESPR-Anforderung „interoperabel" ab.

Die Begriffe im Detail finden Sie im Glossar.